Der 4 Stunden Mann

Montag, 26. November 2018

Die 6 Bremsklötze die Führungskräfte daran hindern richtig zu Delegieren





Es ist einfach, die Arbeit für 3 zu übernehmen, aber es ist eine Kunst, 3 Menschen für sich arbeiten zu lassen

Viele Manager tun sich schwer damit, Aufgaben an Mitarbeiter zu delegieren. Dabei sind sich Experten einig, dass Delegieren nicht nur Kür bei Führungskräften ist, sondern Pflicht. Es kostet Unternehmen in mehrfacher Hinsicht zu viel, wenn ihre Köpfe immer alles selbst machen wollen. Was hemmt die Bereitschaft zu delegieren und wie kommt man im Management über diese Hemmschwellen hinweg?

Die typischen Argumente gegen das Delegieren

Manager bringen immer wieder dieselben Aspekte ins Feld, wenn sie auf ihr Unvermögen zur Aufgaben-Delegation angesprochen werden:

1. Ich habe keine Zeit für die Einweisung
Dahinter steht der Gedanke, dass Sie die Erklärungszeit schon für die Erledigung der Aufgabe nutzen wollen. In seltenen Fällen bei einmaligen Aufgaben zieht diese Argumentation. Sie hinkt aber, wenn Sie Aufgaben delegieren, die häufiger vorkommen. Hier ist die Zeit für die Einweisung des Mitarbeiters stets gut investiert, sofern eine Aufgabe sich mindestens 2-4 Mal im Jahr wiederholt. Wollen Sie als Manager Ihre kostbare Zeit mit Routine-Aufgaben verschwenden? Nein? Dann delegieren Sie sie ab jetzt.

2. Meine Mitarbeiter sind sowieso schon überlastet
Das mag sein. Hier sollten Sie dennoch nicht auf das Delegieren verzichten, sondern gegebenenfalls mit Ihren Mitarbeitern neue Ziele und Prioritäten vereinbaren. Überlastung ist in der Regel ein grundsätzliches Problem von Zielkonflikten und nicht ausreichender Organisation. Sie hat nichts mit dem Delegieren an sich zu tun. Vor allem nützt es Ihnen und Ihrem Unternehmen nichts, wenn Sie durch mangelnde Delegation ebenfalls überlastet sind. Oder wollen Sie unproduktiv arbeiten?

3. Ich kann es besser
Woher wissen Sie das? Delegieren Sie die Aufgabe und schauen Sie, was Ihr Mitarbeiter daraus macht. Sie werden überrascht sein, dass er es besser oder genauso gut macht wie Sie. Warum verzichten Sie auf die wertvollen Impulse, die eine andere Person in die Erledigung der Aufgabe einbringt? Außerdem stellt sich die Frage, ob Sie Routine-Aufgaben und minder wichtige Bereiche besser bewältigen müssen als Ihre Mitarbeiter. Wenn Sie hier sehr ehrgeizig sind, kann das mit Ihrem Selbstwertgefühl zu tun haben und Sie selbst setzen vielleicht falsche Prioritäten.

4. Ich will mich nicht unbeliebt machen 
Es ist nicht Ihre Aufgabe, beliebt zu sein. Sie arbeiten zusammen mit Ihren Mitarbeitern am Erfolg des Unternehmens. Es ist normal, dass Sie als Führungskraft Aufgaben delegieren, es gehört zu Ihrem Tätigkeitsbereich. In der Regel wünschen sich Mitarbeiter dabei Führungskräfte, die klare Vorgaben machen. Führungskraft kommt von Führen. Unterliegen Sie nicht dem weit verbreiteten Irrtum, beliebter zu sein, weil Sie Ihre Mitarbeiter schonen. Oft wird Ihnen das gerade von diesen Mitarbeitern als Führungsschwäche ausgelegt, die Sie nicht beliebter macht, sondern zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt. Besser gearbeitet wird so keinesfalls.


5. Ich habe Probleme, mit Mitarbeitern zu sprechnen
Daran sollten Sie arbeiten. Je nach den Umständen können Sie manche Aufgaben schriftlich delegieren, aber im Regelfall ist die persönliche Ansprache wesentlicher besser geeignet, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Aufgaben-Delegation ist ein Instrument Ihrer täglichen Arbeit - besser, Sie entwickeln hier Routinen sowie Standards im Kontakt zu Ihren Mitarbeitern. Werden Sie zum Meister der Delegation.

6. Ich habe nicht genug Vertrauen zu meinen Mitarbeitern
Das ist ein gravierendes Problem, das Sie lösen müssen. Seien Sie dankbar, wenn es angesichts Ihrer Probleme beim Delegieren an die Oberfläche kommt. Ohne Vertrauen ist das ganze Unternehmen gefährdet. Achten Sie hier darauf, ob gesteigertes und unbegründetes Misstrauen möglicherweise ein Teil Ihrer Persönlichkeitsstruktur ist und Sie hier etwas ändern müssen.

Sie wollen sich einfach nicht mit dem Thema Delegation beschäftigen?
Wenn Sie weiterhin nicht delegieren, kann das Ihr Unternehmen sehr viel Geld kosten.
Denn Sie als sehr gut bezahlte Führungskraft verschwenden Ihre Zeit mit Aufgaben, die andere ebenso erledigen können. Wenn Sie als Manager einmal ausfallen, geht im Unternehmen nichts mehr, weil Sie nie vorher etwas aus der Hand gegeben haben und niemand Bescheid weiß. Das wollen Sie nicht wirklich.

Haben Sie Fragen und Anregungen zum Thema? Sprechen Sie mich an, ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen. Bleiben Sie meinem Blog mit interessanten Themen zur Unternehmensführung und zum Selbstmanagement treu.

Geniessen Sie Ihre Zeit

Mauro Cosetti

Donnerstag, 27. September 2018

Die Digitalisierung Ihres Unternehmen - worauf es wirklich ankommt



Über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung ist bereits viel geschrieben worden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fühlen sich vielfach bereits von der Fülle der möglichen Informationen überfordert, noch bevor sie überhaupt mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen begonnen haben. Viele Betroffene werden sich daher wünschen, die Erkenntnisse in diesem Themenbereich auf einige kurze und prägnante Aussagen abzuschmelzen. Ich habe gute Nachrichten für diese KMU: Man kann sich bei dem Thema tatsächlich auf das Wesentliche beschränken.

Was bei der Digitalisierung zählt

Zunächst einmal sind viele Aspekte rund um das Thema Digitalisierung branchenspezifisch, teilweise sogar unternehmensspezifisch. Hier kann man nicht verallgemeinern, sondern muss die Anforderungen jeder einzelnen Branche und jedes einzelnen Unternehmens für sich genommen analysieren.

Gemeint sind dagegen bei allen Unternehmen, die sich mit Digitalisierungsmaßnahmen auseinandersetzen, folgende Parameter:

- Es gibt einen Investitionsbedarf in einer von Unternehmen zu Unternehmen, von
  Branche zu Branche variierenden Größenordnung.
- Es kommen in einem mehr oder weniger großem Umfang neue Technologie zum
  Einsatz.
- Die Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern verändern sich, ebenso die
  Kommunikation-Strukturen.
- Die Arbeitsbedingungen unterliegen ebenfalls einer Veränderung für
  Mitarbeiter und für das Management.

In einem Satz bedeutet Digitalisierung Veränderungen in vielen, manchmal fast allen bekannten Bereichen der Arbeitsumwelt.

Gerade die veränderten Arbeitsbedingungen werden gern vernachlässigt. Eine digitalisierte Arbeitswelt ist eine flexible, hochdynamische Umwelt, die für die darin agierenden Menschen sehr angenehme und weniger angenehme Seiten haben kann. Auf der Plusseite finden sich so attraktive Neuerungen wie flexible Arbeitszeiten, die Unabhängigkeit von festen Arbeitsstätten bei höchster Effizienz und die Auflösung stringenter Hierarchien. Alle diese Aspekte können sich auch nachteilig auswirken, etwa wenn durch die Forderung einer hohen Flexibilität Menschen überlastet werden oder sich selbst überfordern, wenn die mögliche Strukturfreiheit zu Kommunikationsschwierigkeiten und Führungsschwächen führt oder wenn niemand mehr weiß, was eigentlich seine Aufgabe in dem Ganzen ist.

Veränderungen proaktiv gestalten

Wenn sich ein KMU an die Digitalisierung heranwagt - und welches Unternehmen käme an dieser Entwicklung vorbei - muss es vor allem eines tun: Die Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, schon im Vorfeld erkennen, verarbeiten und die verändernden Maßnahmen auf die Bedürfnisse der beteiligten Menschen ausrichten. Dazu ist vor allem proaktives Handeln notwendig und kein passives Warten auf das, was bei der Digitalisierung am Ende für die Menschen herauskommen könnte.

Mauro Cosetti

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