Der 4 Stunden Mann

Dienstag, 2. April 2019

Die Generation Y weiß, was sie will oder was sie nicht will







Was Millennials von Arbeitgebern erwarten

Als Generation Y werden Menschen bezeichnet, die in zwischen den frühen 1980er und den späten 1990ern geboren wurde. Sie heißen auch Millennials oder "Generation Why".
Ihre Einstellungen und damit auch ihre Erwartungen an das Leben unterscheiden sich grundlegend von denen anderer Generationen. Das bekommen auch Arbeitgeber immer wieder zu spüren, die an althergebrachten Konzepten festhalten wollen und mit diesem Typ Mensch scheitern. Die Generation Y fragt nicht umsonst nach einem Sinn in allem, was sie tut. In Zeiten, in denen qualifizierte Arbeitskräfte zunehmend zu einer knappen und wertvollen Ressource werden, darf jeder Arbeitgeber sich diese spezielle Sinnsuche genauer ansehen.

Die Generation Y weiß, was sie will oder was sie nicht will

Aus Pflichtbewusstsein morgens aufstehen, weil man das immer schon immer um diese Uhrzeit so gemacht hat? Nicht für Millennials. Sie erwarten von ihrer Tätigkeit Sinnerfüllung und von einem modernen Arbeitgeber Flexibilität. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2017 haben fast 70 Prozent befragter Millennials flexible Strukturen mit ihrem Arbeitgeber vereinbart. Das betrifft die Arbeitszeit, die Funktion, das Recruiting und den Standort der Arbeit.

Weiterhin legt die Generation Y viel Wert auf Persönlichkeit - die eigene und die von Vorgesetzten. 67 Prozent einer deutschen Umfrage aus dem Jahr 2017 bezeichnet Persönlichkeit als ihren wesentlichen Karrieretreiber.

Arbeitgeber treffen hier auf eine gleichermaßen selbstbewusste wie auch selbstbestimmte Mitarbeiterschaft, die schnell zum Wechsel des Arbeitgebers neigt, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden.

Gefragt ist der moderne, trendbewusste und kooperative Arbeitgebertyp

Altmodische, autoritäre und hierarchische Führungsstile sind mit dem Weltbild der Millennials nicht gut kompatibel. Sie führen sich in erster Linie selbst und gehen achtsam mit sich um. Es fehlt ihnen dabei keinesfalls an Ehrgeiz, aber sie teilen sich ihre Kräfte ein. Das heißt, Arbeitgeber haben es auch mit sehr effektiven Mitarbeitern zu tun, die sich nicht in einer Auflehnung gegen Veränderungen kräftemäßig verschleißen oder in blinder Mitläuferschaft durchmogeln, sondern Entwicklungen wie die Digitalisierung als Chance begreifen sowie annehmen.

Wer es als Arbeitgeber versteht, die auch vorhandene Begeisterungsfähigkeit zu nutzen und mit der Generation Y auf Augenhöhe an einem Strang zieht, muss sich seinerseits nicht autoritär aufreiben, sondern erlebt fähige und kooperative Menschen in seinem Unternehmen. Auch Arbeitgebern schadet es dabei nicht, ab und an nach dem "warum" zu fragen. Nur so entwickeln sie sich und ihre Unternehmen weiter.

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Liebe Grüsse
Mauro Cosetti

Dienstag, 5. März 2019

Warum Sie die besten Mitarbeiter nie bekommen werden



Liest man Zeitungsartikel zur aktuellen Arbeitsmarktlage stößt man überall auf die Stichworte Fachkräftemangel, Digitalisierung und War for Talent. Die Zeiten müssten gut sein für Bewerber. Sie sollten Respekt erwarten dürfen und müssten mit offenen Armen von potenziellen Arbeitgebern empfangen werden. Was ist die Realität? Die typischen Inserate für offene Stellen haben noch immer den arroganten Ton und bürokratischen Charme der 1980er Jahre. Von den Bewerbungsgesprächen ganz zu schweigen, in denen sich die meisten Bewerber fühlen wie vor einem Tribunal. Diese inkonsequente Haltung von unternehmerischer Seite könnte sich bald rächen.

Wir erwarten alles und Sie erwarten lieber nicht zuviel 

Das immer noch typische Stelleninserat listet seitenweise die Anforderungen an den Bewerber. Fast kann man angesichts des Forderungskatalogs glauben, ein Bewerber mit diesen umfassenden Qulaifikationen, Kenntnissen, Erfahrungen und einem nicht zu bezwingenden Arbeitseinsatz müsste erst gebacken werden. Hier kann man zurecht von der eierlegenden Wollmlichsau sprechen, einer Fiktion, die auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden sein dürfte und erst recht nicht zu den teilweise lächerlichen Konditionen.  Im Vorstellungsgespräch erwarten Personalchefs wie vor 50 Jahren eine fast devote und dankbare Einstellung des Bewerbers, der sich glücklich schätzen darf, überhaupt in die engere Wahl zu kommen. Work-Life-Balance? Flexible Arbeitsbedingungen und Miteinander auf Augenhöhe - diese Ansprüche der 2000er Jahrgänge sind in Personalabteilungen noch nicht angekommen.

Wenn der Fachkräftemangel real ist, werden Unternehmen sich noch wundern

Vieles spricht dafür, dass der Fachkräftemangel keine Mär ist, sondern eine sich in immer mehr Bereichen deutlich entwickelnde Realität. In den meisten Industrieländern entsteht in den nächsten Jahren eine überalterte Gesellschaft, der Nachwuchs fehlt. Können sich Unternehmen in dieser Situation ihre arrogante Attitüde gegenüber Bewerbern noch leisten? Vor allem, kann man auf der einen Seite den Wandel und die Innovationsbereitschaft betonen und auf der anderen Seite im Personalbereich jegliche Entwicklung ablehnen? Personelle Ressourcen werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Wettbewerbsfähigkeit heißt jetzt zunehmend auch, ein moderner Arbeitgeber zu werden. Junge Firmen und Start-Ups machen vor, wie das geht. Dabei wird dort in der Regel nicht weniger und schlechter, sondern motivierter und sehr erfolgreich gearbeitet. Wie wäre es also mit der nächsten Stellenanzeige, die auf einer Seite auflistet, worauf sich der Bewerber in Ihrem Unternehmen wird freuen dürfen?

Sie haben Fragen zum Thema? Sie interessieren sich für die Themen Führen und Management? Sprechen Sie mich an. Freuen Sie sich regelmäßig auf frische Blogbeiträge, die einen ganz eigenen Akzent setzen.

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Mauro Cosetti

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